WEIZENTEMPLER GARDASEE AUSFLUG 2008

Es liegt wohl an der Faszination des Gardasees und seiner Umgebung, daß wir auch heuer wieder unseren Vatertagsausflug nach Italien unternahmen. Mit dabei waren wie im letzten Jahr Jörg, Didi, Andreas, Bernhard, Roland, Stefan, Ferdl und als Neueinsteiger Peter, Gerhard, Django und Männi.
Am Mittwoch Nachmittag ging’s los Richtung Affi. Sehr sorgfältig verstauten wir vorher unsere teilweise brandneuen Carbon Renner in den beiden Großraum Limousinen von Didi und Andreas. Bei 7-8 kg Gewicht sind Schrammen oder gar Dellen nicht ratsam. Die von Didi vorbereiteten Decken, Teppiche und Handtücher stellten eine ausreichend sanfte Lagerung für unsere empfindlichen "Grazien" dar.
1. Tag – Suche nach Andreas
Da es am Vortag noch heftig geregnet hatte lag viel Feuchtigkeit in der Luft und der Monte Baldo war ziemlich dicht. Wir beschlossen deshalb für der ersten Tag, den schon vom letzten Jahr bekannten Ausflug östlich des Etschtals. Die Strecke war uns ja schon bekannt und so konnten wir uns völlig auf die Schönheiten der Bergwelt konzentrieren. Der Anstieg bis in das uns schon bekannte Bergdorf Erbezzo auf 1100m war für alle sehr locker zu nehmen. Keine steileren Anstiege immer wieder lange Flachstück, wie man es sich eben als Radfahrer wünscht. Als wir in die uns ebenfalls schon bekannte Kneipe eintraten, war die Überraschung groß als wir plötzlich eine Stimme mit tiefem Tiroler Dialekt vernahmen: "Ach dösch sin do die Weizentempler vom letzten Jahr". War es doch tatsächlich die gleiche Gruppe Tiroler-Radler, welche wir im letzten Jahr im gleichen Restaurant getroffen hatten!
Die Abfahrt nach Stellavena und der anschließende Wieder-Anstieg verlief diesmal problemlos. Oben warteten wir zusammen bis alle da waren und wollten gerade wieder losfahren, als jemand bemerkte: "Ich zähle nur 10 Mann, wie ich das sehe fehlt Andreas". Da Andreas normalerweise mit zu der ersten gehört die oben am Berg ankommen waren wir etwas ratlos. Minutiös versuchten wir seine Spur zu verfolgen. Ist er in Stellavena abgebogen? Jörg schwörte Stein und Bein, daß er Ihn nach der Abzweigung noch gesehen hat. Andere waren sicher, daß sie Ihn nie gesehen hatten. Weder hatten sie Ihn überholt, was auch nur für wenige in Frage kam, noch waren sie von Ihm überholt worden. In der Ratlosigkeit machten die wildesten Spekulationen die Runde: "Vielleicht ist er kurz in die Büsche um ein Geschäft zu verrichten und dann eingeschlafen?", "Hat er am Ende eine nette Italienerin getroffen und vergnügt sich mit Ihr?". Als wir schon unseren Scout Peter losschicken wollten um die Spur aufzunehmen radelt der gesuchte doch seelenruhig daher und erzählt, daß er in der letzten Ortschaft irgendwo abgebogen ist und diese Straße dann nach einem satten Anstieg endete. Na jedenfalls hat er den Weg zurück zu seiner Mannschaft von alleine gefunden und wir radelten erleichtert weiter. In Negrar haben wir dann noch Stefan kurz verloren, er wollte wohl gewohnheitsmäßig an der gleichen Stelle wie letztes Jahr eine Pause einlegen während wir schon im Weizentempler Express nach Affi zurück unterwegs waren.
Die Abende verliefen dieses Jahr geradezu luxuriös. In Männi's privatem Anwesen mit Pool und Gutmann-Weizenbier kam so eine richtige "Das Leben ist doch verdammt schön" Stimmung auf. Einfach daliegen, kurz in den Pool springen,die Glieder entspannen, das eine oder andere Bier einnehemen, ein bißchen dösen, jedem nach seinem persönlichem Verlangen.
2.Tag - Wanderung im Schnee
Der Tag begann mit herrlich blauem Himmel und bereits um 10h bei unserer Abfahrt bildeten sich die ersten Cumuli(für nicht Flieger: das sind die Schäfchen oder Schönwetterwolken). Der Monte Baldo mit seinem herrlichem Ausflugslokal war heute unser Ziel und so radelten wir beherzt die 1200 Höhenmeter nach oben bis zur Abzweigung zum Panorama Restaurant. Dort bemerkten wir allerdings, daß einige Motorradfahrer und Autofahrer zurückkamen und von "Schnee" sprachen. Da wir keinen sahen schickten wir wieder unseren Scout Peter vor um die Lage zu erkunden. Als er nach einer Weile zurückkam sprach er von einer ziemlich geschlossenen Schneedecke nach der nächsten Kurve, das Ende sei aber nicht abzusehen, da die Straße einen Bogen hinter den Berg machte. Nach einigen Warten und Rätselraten machten sich Didi und ich auf den Weg um das Schneefeld zu durchqueren und, so hofften wir, danach wieder auf fahrbare Straße zu stoßen. Welch ein Irrtum! Oben angelangt schulterten wir die Räder und liefen mit unseren Radschuhen ca 15-20min durch halb aufgeweichten 20cm hohen Schnee, manchmal gespurt, manchmal brach man auch 20cm ein. Als wir endlich, bei einer kleinen Kehre, wieder festen Untergrund unter den Füßen hatten, sahen wir, daß es nach 50m wieder mit der gleichen Schneedecke weiterging. Als uns dann noch ein entnervter Mountainbiker entgegenkam der schon eine halbe Stunde weitergelaufen ist und wieder umkehrte gaben wir auch auf und stapften wieder zurück zu unseren Kollegen die am Anfang des Schneefeldes gewartet hatten. Damit war der Monte Baldo Ausflug beendet und wir fuhren zurück ins Tal. Bernhard, Didi und Peter waren der Meinung, daß der Anstieg zum Monte Baldo noch nicht genug war für heute! Sie legten noch eine Extra Runde ein und stießen erst mit einiger Verspätung zur "Pool Party". Der Abend verlief gewohnt relaxt am Pool nur daß diesmal die Anspannung wegen dem Clubspiel dazukam. Gerhard schaffte es als einziger mit seinem Handy eine SMS Verbindung mit Christian aufzubauen, der uns dann auch das Halbzeit und Endergebnis zu Simste. Das Ergebnis trug nicht gerade zur Heiterkeit bei, aber unserer guten Stimmung konnte es keinen Abbruch tun.
3. Tag - Django auf Abwegen
Die Gegend westlich des Gardasees kannten wir schon vom letzten Jahr. Die Suche nach dem rechten Weg verlief heuer etwas chaotisch, da Roland bei der Abzweigung in Vobarno vorbeipreschte, von Didi wieder eingeholt werden musste, dann folgte Ihnen auch noch Andreas und bald wußte keiner mehr genau wer nun schon auf dem Weg nach oben ist und wer gerade sucht. Irgendwie schafften dann doch alle den landschaftlich herrlichen Weg nach oben. Am höchsten Punkt angekommen beschlossen wir uns diesmal direkt am Lago di Idro zu stärken und dann den Schlußanstieg vor der Abfahrt zum Gardasee zu nehmen. Diese Schlußanstieg zog den meisten die letzten Körner aus den Beinen, er war nicht besonders steil aber wollte einfach nicht enden. Die Abfahrt zum Gardasse bewältigten Peter Jörg und Ferdl im Renntempo. Gerhard, der ein großes Stück mitgehalten hatte, verloren wir leider an einem kurzen Flachstück. Unten angekommen dachten wir schon daß es einige Minuten dauern würde bis die nächsten auftauchen würden. Als allerdings nach 10 Minuten immer noch niemand da war vermuteten wir, daß etwas passiert sein könnte. Gerhard war schließlich nach 15min der erste der auftauchte und er berichtete, daß Django von der Straße abgekommen und wohl kopfüber in den Graben geköpft ist, außer Abschürfungen und verbogenen Bremshebeln sei er aber wieder einsatzfähig. Nach weiteren 10 Minuten kam er dann daher: Die Abschürfung schaute nicht wirklich gut aus, die Hose auch arg mitgenommen, aber er klagte nicht und gemeinsam fuhren wir zur Fähre und zurück zu unserem Quartier bzw. zum Pool in Männi's Anwesen.
4. Tag - 20% ist steil, vor allem wenn's bergauf geht
Es war schon unser Abschlußtag. Jörg hatte einen Leckerbissen für uns ausgesucht! Der Kara Pass nördlich von Bozen sollte es sein. Man sprach von 1400 Höhenmetern und bis zu 20% Steigung. Angesichts solcher Zahlen zog es Gerhard vor diesen mit dem Begleitfahrzeug zu bewältigen. Bis Tiers gings eigentlich noch ganz gemütlich mit 6-7% Steigung nach oben. In Tiers warteten wir zusammen und auch Roland beschloß auf's Begleitfahrzeug umzusteigen. Danach ging's richtig zur Sache. Aus der Ortschaft raus gleich mit 20% und dann eine relativ lange Strecke etwas "flacher" mit 17% das war wirklich was für hohe Übersetzungen. Selbst Didi beobachtete ich wie er bis auf das 2. Ritzel hochschaltete. Oben wurde es wieder deutlich flacher und man hatte einen herrlichen Blick auf den Rosengarten in den Dolomiten. Am Pass begann es dann leicht zu nieseln und die Temperaturen waren eher winterlich. Auf der Tscheiner Hütte gab's warme Getränke, einen Kachelofen und wunderbare Spaghetti und eine lustige Wirtin, genau was wir brauchten.
Bericht: Ferdl