Weizentempler Himmelfahrtskommando 2010

- Vatertagsausflug der etwas anderen Art -

Auch heuer fanden sich wieder 13 Weizentempler zusammen welche die von unserem Präsidenten gestellten Aufgaben im Schwarzwald und den Vogesen mit dem Rennrad bewältigen wollten.
Er hatte bei der Aufgabenstellung wirklich nicht gekleckert und mit knappen 10.000 Höhenmetern in 4 Tagen blieb kaum ein namhafter befahrbarer Berg in den Vogesen und im Schwarzwald von uns verschont.
Bei der praktischen Umsetzung gab es jedoch einen Faktor der uns etwas bremsen sollte- und dieser Faktor hieß SAUWETTER. Bereits die Wettervorhersage für die 4 Tage war - sagen wir es mal so - sehr bescheiden. So schlimm wird’s schon nicht kommen dachten wir noch Donnerstagmorgen als wir die Fahrräder einluden und Richtung Schwarzwald losfuhren.
Angesichts des immer stärker werdenden Regens beschlossen wir bereits unterwegs, die erste Tour etwas abzukürzen; dies stellte sich als sehr weise heraus. Von den Schönheiten des Schwarzwaldes haben wir unter diesen Umständen nur die Straßen und etwas Wald links und rechts gesehen. Bei namhaften Ortsbezeichnungen wie „Geiersnest“ und „Schauinsland“ blickten wir in eine dichte Nebelwand und der Regen lief uns übers Gesicht.
Viel härter war jedoch der Temperaturrückgang in den Höhenlagen auf bis zu 4°C, dies führte zusammen mit Wind, Regen und nassen Klamotten zu einer wirklichen Härteprüfung für Mensch und Material. Abfahrten mit 18% Gefälle bei Nässe, stark reduzierter Bremswirkung und das ganze mit steifen und gefühllosen Fingern brachten doch so manchen an seine Grenzen-vor allem diejenigen mit fingerlosen Handschuhen-. Durch den Schüttelfrost geriet dann so manches Fahrrad ins Schlingern, was sonst nur bei zu weichen Rahmen und hohem Fahrergewicht auftritt.
Was hält einen in solchen Situationen eigentlich am Leben? Der Gedanke an eine richtig heiße, den ganzen Körper einhüllende Sauna, die innerhalb der nächsten 1-2 Stunden erreichbar sein würde, war wohl hier der Lebensretter.
Die nächsten Tage in den Vogesen verliefen im Vergleich dazu fast paradiesisch.
Keinerlei Regen, die Temperaturen stiegen teilweise auf bis zu 15°C an und falls es doch wieder mal an einem der zahlreichen Berge bitterkalt wurde, so zogen wir mehrere Schichten Fahrradklamotten an und tauschten die fingerlosen Radhandschuhe gegen warme Langlaufhandschuhe. Eine äußerst niedrige Wolkedecke und dichter Nebel gestatteten uns leider auch von den höheren französischen Hügeln wie „Grand Ballon“ und „Ballon d´ Alsace“ keinen Blick auf die umliegenden Landschaften und bei 3°C bestand auch keinerlei Veranlassung, länger als unbedingt nötig auf den Passhöhen zu verweilen.
Erstaunlich waren auch die rein deutschen Ortsnamen in den Vogesen; die Franzosen bestehen hier nicht auf eine zwangsweise Übersetzung, sehr tolerant im Vergleich zu den Italienern in Südtirol .
Sonstige Highlights
ESSEN: Wie „Gott in Frankreich“? Na ja, wenn Gott mit Kassler und Bündle auf Sauerkraut oder diversen lieblosen Steaks (alles zu Preisen im oberen Bereich) zufrieden war, dann verweilte er wohl in den Vogesen. Wir wollen hier nichts schlecht machen, aber wegen des Essens in die Vogesen zu fahren, erscheint uns allen unpassend.

FRAUEN: Wir sind alle brave und treu sorgende Ehemänner/Familienväter. Frauen die jedem Mann die klare Wahrnehmung und teilweise den Verstand rauben könnten haben wir deshalb mit der nötigen Distanz aber auch Bewunderung wahrgenommen. Wir beschränkten es auf die üblichen Witze und Frotzeleien und erfreuten uns an der Optik der hügeligen Landschaft.

KAMERADSCHAFT: Diese wird nicht einmal beim Hochfahren auf die Berge außer Kraft gesetzt, die Schellen fahren eben weit vorne und die Langsameren etwas weniger weit vorne, ansonsten nimmt sich (und bekommt) jeder den Windschatten den er braucht.

HUMOR ist fast der wichtigste Bestandteil unserer Unternehmungen, wer damit nicht umgehen kann wird nicht öfter mitfahren. Hier bekommt jeder sein Fett ab, egal ob schnell oder langsam, dick oder dünn, groß oder klein, intelligent oder …- man sollte auch Spaß dran haben, wenn andere über bzw. wegen einem selbst lachen.

ZWISCHENFÄLLE: Eigentlich keine nennenswerten- keine Abflüge, keine platten Reifen nur einmal wurde es bei der Abfahrt in den Weinbergen in einer unübersichtlichen Kurve sehr eng. Die Radlergruppe die uns entgegenkam passierte dieser Stelle zum Glück ca 1min. vor uns. Kommentar eines Beteiligten- er fuhr ganz vorne- „ etz hätt es beinahe 4-5 tote Radler gebn“
Mit dabei waren:Bernhard,Gerhard,Roland,Richard,Jörg,Ferdl,Andreas,Peter,Männi,Django,Christian,Stefan,Michael
Bericht: Ferdl
Bilder: Jörg und Stefan